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Was hat Erdöl mit Artikelstammdaten zu tun?

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In letzter Zeit mehren sich in diversen Zeitungsartikeln die Vergleiche zwischen dem Rohstoff “Erdöl” und Daten. Auffällig ist in diesem Zusammenhang der Zeitungsartikel in der Rheinischen Post mit der Überschrift “Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts” . Zwar war mir bis dato durchaus bewusst, dass jegliches ökonomische Handeln immer mehr von der Ressource Information bzw. von Daten abhängt (vgl. Hildebrant, K: Gestaltung und Einführung des Informationsmanagements, Berlin, 1985, S. 11), aber Daten mit Öl zu vergleichen war mir neu. Was nicht heißen soll, dass mir diese Gegenüberstellung nicht gefällt – im Gegenteil.

Diese Analogie inspiriert mich, die Fragen zu stellen, ob diese auch im speziellen für Artikelstammdaten gilt. Genauer- sind Artikelstammdaten das Schmiermittel in der Wertschöpfungskette vom Lieferanten über den Handel bis zum Kunden? Wenn wir heute sagen, dass Artikelstammdaten die Basis aller Geschäftsprozesse in der Wertschöpfungskette sind, dann lässt sich diese Frage sehr klar mit “Ja” beantworten.

Allerdings hat mich ein zweiter Zeitungsartikel etwas aufhorchen lassen und mich dazu gebracht den Vergleich Rohöl/Daten bzw. Artikelstammdaten etwas genauer zu hinterfragen. Wenn Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sein sollen, dann müssten die aktuellen Megatrends, die für Öl gelten auch für Daten gelten. Diese drei Megatrends sind im Artikel der Wirtschaftswoche mit der Überschrift “Goodby, Öl” (vgl. Wirtschaftswoche, Heft 33, S. 58ff) beschrieben. Dort wird von eine Zeitwende hinsichtlich des fossilen Energieträgers gesprochen. Demnach verbrauchen die Industrienationen immer weniger Erdöl und die Nachfrage in den Schwellenländern steigt langsamer. Prognosen gehen davon aus, das sich im Jahre 2015 das Wachstum der Ölnachfrage erstmals dauerhaft abschwächen wird. Die Ursachen dieses Nachtfragerückgangs sind die bereits angesprochenen Megatrends:

  1. Effiziente Technik mit strengen Klimaschutzregularien
  2. Ernsthafte Konkurrenz, die die Substitution von Rohöl erlaubt inkl. der immer aufwendigeren Ölförderung
  3. Verändertes Mobilitätsverhalten der Menschen durch immer größer werdende Ballungszentren (Individualverkehr vs. öffentlicher  Nahverkehr )

Es ist unbestritten, das die Nachfrage nach jeglichen Daten in den nächsten Jahr nicht sinken wird. Aber lassen sich in der aktuelle Gemengelage rund um das Thema “Artikelstammdaten” Aspekte finden, die denen des Öls ähneln? Da wären:

  1. IT-Technik führt zu einer immer effizienteren Verwaltung von Artikelstammdaten und Regularien (wie z.B. die EU-Regulierung 1169) führen zu einem Anstieg von absolut notwendigen Artikelstammdaten
  2. Durch “Big Data” ist es notwendig die richtigen Daten zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. D.h., es ist wichtig Werkzeuge zu haben, die es erlauben die Daten einfach für die Nutzer zugänglich zu machen. “Datenförderung” muss also sehr einfach und und ohne Barrieren sein.
  3. Der Konsument benötigt Daten, die er persönlich als verlässlich einstuft, um damit seine Kaufentscheidung auf sicherem Fundament auszuführen kann (Stichworte: Allergene, Inhaltstoffe etc.). Wobei dieses Informationsbedürfnis als verändertes Konsumentenverhalten zu interpretieren ist.

Auch wenn der Vergleich von Erdöl mit Artikelstammdaten an mancher Stelle vielleicht zu weit hergeholt ist, so lässt sich eins mit Sicherheit in diesem Zusammenhang sagen: “Goodbye, Data” gilt mit Sicherheit nicht.  Das Gegenteil ist der Fall. “Data, Anywhere.”