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Social Commerce: Die Zukunft des Handels hat bereits begonnen

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Ohne Übertreibung lässt sich sagen: Handel ist seit jeher eine ausgesprochen soziale Angelegenheit. Seit tausenden Jahren sind Marktplätze gleichzeitig die Versammlungsplätze der Menschen, und Mundpropaganda hatte schon immer einen großen Einfluss darauf, was die Leute kaufen. Angesichts von immer mehr Menschen, die sich in sozialen Netzwerken und auf entsprechenden Plattformen engagieren (1,3 Milliarden Menschen nutzen jeden Monat Facebook), ergibt sich jetzt eine neue Gelegenheit, Handel als einen Teil der Interaktion in sozialen Netzwerken zu etablieren.

Eine riesige Zahl von Menschen nutzt den PC für ihre Social Media-Aktivitäten, viele von ihnen verwenden zu diesem Zweck auch ihre mobilen Geräte: 1,07 Milliarden der insgesamt 1,3 Milliarden Nutzer griffen über Smartphone & Co. auf die entsprechenden Angebote im Netz zu. Dies bietet eine gute Gelegenheit, um den Handel sozialer auszurichten als jemals zuvor.

In der Zeit vor der flächendeckenden Handy-Verbreitung und dem Aufstieg der Smartphones war der soziale Anteil des Handels nicht unmittelbar sichtbar. Unterhaltungen darüber, was man wo kaufen kann, fanden häufig jenseits des eigentlichen Kaufprozesses statt. Das ging nicht anders: Für Konsumenten war es nicht leicht, während des Einkaufsvorgangs untereinander Kontakt aufzunehmen. Das konnte nur dann geschehen, wenn sich die Gelegenheit zur Interaktion mit anderen Käufern ergab – z. B. am Telefon, beim Essen oder am Arbeitsplatz.

Viele der sozialen Netzwerk-Plattformen versuchen, den Vorgang, etwas einzukaufen, stärker in ihre eigenen Angebote zu integrieren. Sowohl Facebook als auch Twitter haben jüngst Akquisitionen getätigt und/oder Produkte angekündigt, die es einfacher machen sollen, etwas im Rahmen der Produktanwendung zu kaufen. Twitter zum Beispiel bietet Produktkarten, die den Preis des Artikels anzeigen und die Möglichkeit bieten, das Produkt mittels einer “Buy now“-Taste beim Händler zu bestellen. Bei Amazon kann man kann ein Produkt in den Warenkorb legen, indem man auf einen Amazon-Tweet antwortet. Facebook kündigte an, dass man Produkte künftig kaufen kann, ohne je die Website verlassen. Weitere Versuche sind unterwegs, und es wird in naher Zukunft zahlreiche weitere Experimente geben.

All das hat natürlich Auswirkungen sowohl auf die Hersteller als auch auf den Handel. Eine der alltäglichen Folgen betrifft die Konsistenz und Qualität von Produktdaten. In dem Maße, in dem Social Commerce allgegenwärtig wird, werden sich Produktinformationen und -abbildungen viel weiter und schneller verbreiten als je zuvor. Falls sich Ihre Produktinformationen in guter Verfassung befinden, ist das eine gute Nachricht – falls nicht, ist es alles andere als eine gute Nachricht. Darüber hinaus wird diese Entwicklung Hersteller und Händler dazu veranlassen, in Sachen Kommunikation und Teilhabe an den sozialen Medien besser zu werden. Man kann den Informationsaustausch nicht länger unter Kontrolle halten, gleichwohl bleibt es erforderlich, an ihm teilzunehmen. Hinzu kommen weitreichende Auswirkungen auf die IT-Systeme von Herstellern und Handel. Sind sie flexibel genug, um die Konsistenz der Produktinformationen in unterschiedlichen Einkaufssituationen sicherzustellen? Mit anderen Worten: Sind die jeweiligen Produktabbildungen und -informationen identisch, wenn ein Konsument Ihr Produkt zunächst auf Twitter entdeckt und danach Ihre Website aufsucht? Wird ein Verbraucher von Facebook über E-Commerce-Seiten bis hin zum stationären PoS immer denselben Preis vorfinden? Für veraltete und/oder unflexible IT-Infrastrukturen stellen diese Aspekte häufig eine große Herausforderung dar.

Wir stehen sicherlich erst am Anfang des Handels auf diesen Plattformen, und die entsprechenden Unternehmen experimentieren offensichtlich, um herauszufinden, was funktioniert. Heute können die Konsumenten während des Kaufprozesses diesbezügliche soziale Interaktionen ausführen. Der Rat und die Meinung von Freunden sind nur einen Text, Snapchat, IM oder Telefonanruf entfernt. Handel war schon immer, zumindest teilweise, eine soziale Veranstaltung. Die heutigen Social Media-Plattformen und Smartphones eröffnen mehr Chancen als je zuvor für Hersteller und Handel, am sozialen Aspekt des Handels teilzunehmen. Wahrscheinlich werden diejenigen, die jetzt investieren und experimentieren, in der nächsten Dekade die entsprechende Dividende einfahren.